Michael Sauga
Über Michael Sauga
Biografie
Michael Sauga, geboren 1959 in Vienenburg am Harz, ist studierter Volkswirt und hat für die Wirtschaftswoche in Düsseldorf und für Focus in Bonn gearbeitet. Gemeinsam mit Bernhard Felderer veröffentlichte er den Band „Bevölkerung und Wirtschaftsentwicklung“. Seit 2000 ist er im Berliner Parlamentsbüro des Nachrichtenmagazins Der Spiegel der zuständige Redakteur für Arbeit und Soziales.Ebenso ist Michael Sauga stv. Leiter des Hauptstadtbüros Berlin des SPIEGEL und Ressortleiter Wirtschaft (Nachfolger Steingarts).
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- Wirtschaft,
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Kommentare zum Autor
Sehr geehrter Herr Sauga, bei dem Presseclub am vergangenen Sonntag haben Sie sich für eine Reform der Rente ausgesprochen. Nach meiner Meinung ein geradezu existenziell notwendiges Projekt für unser Land. Anders als alle 20 Reformen aus den letzten 60 Jahren müsste eine Reform aber das System völlig neu ordnen, und zwar im Wesentlichen nach den Prinzipien, die unter anderem Hans-Werner Sinn 2013 und 2014 beschrieben hat. Es müsste endlich eine gerechte Lastenverteilung erreicht werden. Aus dem „Horizontalen Vergleich“ (Deutscher Familienverband) ist zu entnehmen, dass bei gleichem Jahreseinkommen von 35.000 € ein Lediger ohne Kind gegenüber einer Familie mit zwei Kindern im Jahr einen finanziellen Vorteil von 15.174 € hat. Und sein Rentenanspruch ist später doppelt so hoch wie der eines der Elternteile. Allein das ist eine unerhörte Bevorzugung der Kinderlosigkeit bzw. ein starkes Argument gegen eigene Kinder. Aber nur wer durch Geburt, Erziehung und Ausbildung von Kindern dafür sorgt, dass neue Arbeitskräfte und Beitragszahler heranwachsen, leistet etwas für die eigene spätere Rente. Und nur darauf dürften sich Rentenansprüche beziehen. Wer keine Kinder hat, hat für die eigene Rente nichts geleistet! Die Unterscheidung zwischen monetärem und generativem Beitrag zur Altersvorsorge muss grundsätzlich neu betrachtet werden. Mit dem monetären Beitrag trägt der Beitragszahler ausschließlich seine Schuld gegenüber den eigenen Eltern ab, er zahlt das Darlehen zurück, das sie ihm während seiner Kindheit und Jugend gegeben haben. Und selbst dafür reicht der Beitrag nicht, wie die steigenden Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt beweisen. Dass mit den monetären Beiträgen irgendetwas für die eigene zukünftige Rente geleistet würde, ist eine Fiktion, die nur zur Verschleierung der skandalösen Ungerechtigkeit bei der Rentenfinanzierung gepflegt wird. Wäre das sog. Äquivalenzprinzip berechtigt, so müsste es 5 – 6 Billionen € auf dem Konto der Rentenversicherung geben. Dieses Geld gibt es aber nicht, der Anspruch nach dem „Äquivalenzprinzip“ ist ein Phantom. Es dürfte kaum möglich sein, im Rahmen des gegenwärtigen Renten-„Rechts“ alle Probleme und Ungerechtigkeiten zu beseitigen oder auszugleichen. Wir sollten eher das ganze System neu konstruieren, und zwar nachfolgenden Prinzipien: • ein kostendeckendes Grundeinkommen für alle Kinder, • eine einheitliche Rente für alle nicht mehr erwerbsfähigen Menschen, • eine Finanzierung dieser beiden Leistungen durch Steuern, • und eine angemessene Steuererhöhung für alle kinderlosen Mitbürger. Mit freundlichen Grüßen Dr. Jürgen Schröder
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