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Die Schuld der Zeugen (Fenland Police 4)Die Schuld der Zeugen (Fenland Police 4)

Die Schuld der Zeugen (Fenland Police 4) Die Schuld der Zeugen (Fenland Police 4) - eBook-Ausgabe

Joy Ellis
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Jackman und Evans ermitteln

„Ganz schön knifflig was der etwas andere Hauptkommissar da ermitteln muss. Aber so sollte ein interessanter Kriminalroman auch aufgebaut sein.“ - magazin-koellefornia.com

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Die Schuld der Zeugen (Fenland Police 4) — Inhalt

Der bisher schwerste Fall in Detective Jackmans Karriere. Wer sind die Schuldigen und ist überhaupt irgendjemand wirklich unschuldig?

Als DI Jackmans Schwägerin Selbstmord begeht, muss er feststellen, dass er fast nichts über ihre Vergangenheit wusste. Die Detectives tauchen tief in das Privatleben der Verstorbenen ein. Was hat die scheinbar glückliche Frau zu einem so drastischen Schritt getrieben? Dann kommt eine weitere Frau unter ähnlichen Umständen zu Tode. Des Rätsels Lösung scheint in ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu liegen, und in einer Schuld, die die Frauen auf sich geladen haben. Doch mittlerweile hat sich Jackman selbst einen gefährlichen Gegner gemacht, der nicht ruhen wird, bis er sein Ziel erreicht hat …

Das exzentrische Ermittler-Team Rowan Jackman und Marie Evans ermittelt wieder.

€ 10,00 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 11.01.2021
Übersetzt von: Sonja Rebernik-Heidegger
384 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31668-2
Download Cover
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 11.01.2021
Übersetzt von: Sonja Rebernik-Heidegger
368 Seiten
EAN 978-3-492-99684-6
Download Cover

Leseprobe zu „Die Schuld der Zeugen (Fenland Police 4)“

Prolog

Der Junge saß auf dem Bett seiner Schwester und betrachtete sie im Spiegel.
„Dad wird dich umbringen, wenn du so spät noch rausgehst.“ Es klang weder wütend noch tadelnd, sondern besorgt.
„Er muss es ja nicht erfahren, oder?“ Ihre Augen wurden schmal, und sie warf ihm im Spiegel einen herausfordernden Blick zu, der bis in seine tiefste Seele drang.
Er sah sie mit großen Augen an. „Ich sage nichts, versprochen.“
„Ich traue dir nicht. Du hast mich schon mal verraten.“ Sie drehte ihre blonden Haare zu einem komplizierten Knoten. Damit sah sie viel älter [...]

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Prolog

Der Junge saß auf dem Bett seiner Schwester und betrachtete sie im Spiegel.
„Dad wird dich umbringen, wenn du so spät noch rausgehst.“ Es klang weder wütend noch tadelnd, sondern besorgt.
„Er muss es ja nicht erfahren, oder?“ Ihre Augen wurden schmal, und sie warf ihm im Spiegel einen herausfordernden Blick zu, der bis in seine tiefste Seele drang.
Er sah sie mit großen Augen an. „Ich sage nichts, versprochen.“
„Ich traue dir nicht. Du hast mich schon mal verraten.“ Sie drehte ihre blonden Haare zu einem komplizierten Knoten. Damit sah sie viel älter aus, als sie tatsächlich war.
„Aber nur, weil er mich geschlagen hat. Er hat mir wehgetan, weißt du.“ Die Erinnerung daran trieb ihm die Tränen in die Augen, und er blinzelte dagegen an. „Er hat mir echt wehgetan.“
„Du musst härter werden, kleiner Bruder. Du bist ein solcher Waschlappen. Und du solltest nie vergessen, dass ich alles bin, was du noch hast. Vater schert sich einen Dreck um uns beide.“
Das stimmte, und auch wenn seine Schwester ihn mies behandelte, waren es immer nur Worte. Im Gegensatz zu ihrem Vater hatte sie ihn noch nie geschlagen. Mittlerweile hatte er sich sogar schon an ihre plötzlichen Stimmungsschwankungen gewöhnt, auch wenn er nicht verstand, wie sie in einer Sekunde noch liebevoll und in der nächsten schrecklich gemein sein konnte. Wahrscheinlich war sie einfach so.
„Wo gehst du hin?“
„Das ist meine Sache, also halt dich da gefälligst raus.“ Sie warf ihm einen drohenden Blick zu.
„Du triffst dich wieder mit dem Jungen, oder?“ Sie hatte noch nie seinen Namen erwähnt, aber er wusste genau, wer es war. Er war ihr einige Male gefolgt, und einmal hatte er gesehen, wie sie den Jungen geküsst hat. Außerdem merkte er an ihrem Verhalten, dass etwas im Busch war – manchmal war sie fast schon nett zu ihm, und in letzter Zeit hatte er sie von einer anderen, sehr viel weicheren Seite kennengelernt.
„Spar dir die Mühe, kleiner Bruder, und jetzt sei nicht so neugierig, von mir erfährst du nichts.“ Sie griff nach ihrer Schultasche, holte ein paar Bücher und Stifte heraus und schließlich einen kleinen Beutel. Ihr Make-up.
Der Junge lehnte sich nach vorne. Er liebte die Prozedur. Ein paar bunte Stifte und Puderdosen verwandelten dieses gewöhnliche Mädchen, das ihm jeden Tag die Schulbrote schmierte, in eine exotische Fremde. Es war wie Zauberei. Wenn sie fort war, holte er den Beutel manchmal heimlich aus ihrer Tasche, öffnete den Lippenstift und betrachtete ihn lange. Vielleicht, weil Dad ihr jedes Make-up verboten hatte und sie die Sachen versteckt hielt. Es schien ihm so geheimnisvoll wie die Rätsel in den Comics, die er las.
„Geh zurück in dein Zimmer. Wenn er nachsieht, dann tu, als würdest du schlafen. Wir sehen uns morgen früh.“
Sie lehnte sich zu ihm, und einen Moment lang dachte er, sie wolle ihn küssen, doch stattdessen zog sie ihn an sich und murmelte: „Du musst tapfer sein und noch ein klein wenig durchhalten. Wir holen dich hier raus.“
Er wollte etwas sagen, aber ihr Gesichtsausdruck veränderte sich von einer Sekunde zur anderen. Sie schien der Meinung, dass er etwas nur dann verstand, wenn es mit einer Drohung einherging.
Sie packte ihn grob an den Schultern und flüsterte ihm ins Ohr: „Heute Nacht ist sehr wichtig für mich, kleiner Bruder. Ich will es mehr als alles andere auf dieser Welt. Ein Wort zu Vater, nur ein Wort zu ihm oder irgendjemandem, und ich mache Folgendes …“
Sie sprach noch leiser, doch er hörte jedes Wort klar und deutlich. „Schwöre es!“, befahl sie anschließend. „Schwöre, dass du es niemals verraten wirst!“
Er schluckte, fluchte leise und rannte aus dem Zimmer. Dieses Mal ließ er den Tränen freien Lauf, und sie strömten über seine Wangen.
Er kauerte sich ins Bett und fragte sich, warum sie so grausam zu ihm war. Sie musste ihm nicht drohen. Warum kapierte sie es bloß nicht? Er verstand so gut wie alle anderen, was es bedeutete, jemanden zu lieben.

Er konnte nicht schlafen. Ihre Worte ließen ihn nicht los. Es stand außer Zweifel, dass sie es ernst gemeint hatte. Aber was hatte „Wir holen dich hier raus“ zu bedeuten? Er rollte sich unter der Decke zusammen und zitterte vor Angst davor, was sie ihm antun würde. Da hörte er, wie das Fenster klickend von außen geschlossen wurde. Er stieg im Dunkeln aus dem Bett, tappte auf Zehenspitzen zum Fenster und sah durch den Spalt zwischen den Vorhängen nach draußen.
Seine Schwester schlich mit einem Paar Stöckelschuhen und einer glitzernden Handtasche in der Hand über das Flachdach des Wintergartens und verschwand.
Er stand wie erstarrt da und dachte an die schrecklichen Drohungen, doch dann wurde das Verlangen zu groß. Er schnappte sich seine Jeans und eine Jacke mit Reißverschluss und zog beides über den Schlafanzug. Danach schlüpfte er in seine Turnschuhe, atmete tief durch und folgte ihr.


Kapitel 1

DS Marie Evans stieg von ihrer nagelneuen Suzuki Hayabusa und sah sofort, dass DI Rowan Jackmans Parkplatz leer war. Sie überlegte kurz, doch sie konnte sich nicht erinnern, dass er sich heute freigenommen hatte.
Hoffentlich ging es ihm gut. Sie nahm ihren Helm ab und marschierte auf den Eingang der Dienststelle zu.
Der Beamte am Empfang ordnete gerade seine Unterlagen.
„Guten Morgen, Sarge“, rief sie ihm zu. „Ist DI Jackman heute nicht da?“
„Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber die Superintendentin war vorhin hier, und sie wirkte ziemlich beunruhigt.“
Das war ungewöhnlich. Superintendentin Ruth Crooke ließ sich um diese Uhrzeit selten bei ihnen blicken. Marie war sich ziemlich sicher, dass etwas Ernstes passiert war, und eilte besorgt nach oben in den Ermittlungsraum.
Nachdem sie die Erste war, konnte sie niemanden fragen. Doch kaum hatte sie sich an ihren Schreibtisch gesetzt, kam die spindeldürre Superintendentin auf sie zu. Sie hatte die Lippen aufeinandergepresst und runzelte sorgenvoll die Stirn.
„Ma’am? Stimmt etwas nicht?“, fragte Marie.
Ruth Crooke nickte und winkte sie mit sich in ihr Büro.
Dort schloss sie sorgfältig die Tür, und Marie setzte sich auf den angebotenen Stuhl. Was, zum Teufel, war hier los?
„Rowan hat heute frühmorgens angerufen. Er musste zu einem familiären Notfall. Können Sie sich während seiner Abwesenheit um die laufenden Ermittlungen kümmern?“
Ruth wirkte angesichts dieses „familiären Notfalls“ mehr als beunruhigt, und Marie wollte unbedingt wissen, was los war. Doch vorerst antwortete sie bloß: „Natürlich, Ma’am.“
„Er meinte, er würde Sie später noch anrufen.“
„Wissen Sie, was passiert ist?“ Jackmans Mutter war erst Anfang sechzig und, soweit Marie wusste, eine fitte, gesunde Frau, die ihren eigenen Reitstall leitete und mehrmals täglich auf einem Pferd saß. Hatte sie einen Unfall gehabt? Sie wusste außerdem, dass Jackmans Bruder verheiratet und Vater zweier kleiner Jungen war, und hoffte, dass die beiden nichts mit dem Notfall zu tun hatten.
Ruth zögerte, dann beugte sie sich nach vorne und flüsterte: „Rowans Schwägerin ist verschwunden. Sie ist gestern früh zur Arbeit gegangen und seitdem nicht mehr aufgetaucht.“
Marie schnappte nach Luft. „O Gott.“
„Sie ist am Abend nicht nach Hause gekommen, und laut ihren Vorgesetzten war sie auch nicht im Büro. Rowans Bruder ist verständlicherweise vollkommen außer sich, und Rowan versucht zu helfen, so gut es geht.“
„Was ist mit den Kindern?“
„Die sind im Moment bei ihrer Großmutter und wissen von nichts. Sie glauben, dass sie ein paar Tage Ferien bei Oma machen. Es ist ein wunderschönes Haus mit angeschlossenem Reitstall, und sie lieben es dort natürlich.“ Ruth zuckte mit den Schultern. „Mehr weiß ich leider auch nicht.“
Marie versuchte, sich an alles zu erinnern, was sie über Jackmans Familie wusste, doch es war nicht gerade viel. Er legte großen Wert auf seine Privatsphäre, und auch wenn er nicht nur ihr Vorgesetzter, sondern auch ein guter Freund war, redeten sie kaum über persönliche Angelegenheiten. „Ich kümmere mich um die Arbeit, Ma’am. Bei dem Drogenfall liegen wir genau im Zeitplan, und ich bin mit dem Betrugsfall vertraut, den wir gemeinsam mit DI Pete Lawrence bearbeiten, da gibt es also keinerlei Probleme.“
„Gut. Halten Sie das Schiff einfach weiterhin auf Kurs, und in der Zwischenzeit hoffen wir, dass seine Schwägerin bloß ein paar Tage Auszeit braucht.“
„Und dafür ihre Kinder zurücklässt?“
Ruth verzog das Gesicht. „Wir wissen doch nur zu gut, dass sehr viel Schlimmeres passieren kann, wenn einer Frau alles zu viel wird.“
Marie nickte. Das stimmte, aber sie glaubte nicht, dass es in diesem Fall zutraf. Jackman hatte ihr einmal gestanden, wie sehr er seinen Bruder um dessen wunderbare Familie, die liebevolle Frau und die beiden hübschen Jungen beneidete. Seine Mutter versuchte andauernd, ihn unter die Haube zu bringen, und wünschte sich, er wäre mehr wie sein Bruder. Sie hoffte, dass er ebenfalls bald zur Ruhe kommen und eine eigene Familie gründen würde.
Ruth warf einen Blick auf die Aktenberge auf ihrem Schreibtisch. „Ich sollte mich besser wieder an die Arbeit machen. Geben Sie Bescheid, wenn Sie Hilfe bei den laufenden Ermittlungen brauchen – und auch, wenn Sie etwas von Rowan hören.“ Sie atmete tief durch. „Er klang schrecklich erschöpft, Marie. Sein Bruder ist offenbar außer sich und kann keinen klaren Gedanken fassen, und Rowan versucht, alles im Griff zu behalten.“
„Ich werde helfen, so gut ich kann“, erwiderte Marie und meinte es auch so. Im Moment wollte sie allerdings einfach nur mit ihm reden.

Dank der zusätzlichen Aufgaben verging der Tag wie im Flug. Marie hatte beschlossen, dem Rest des Teams erst Bescheid zu geben, nachdem sie persönlich mit Jackman gesprochen hatte. Vorerst wussten die anderen nur, dass es sich um eine familiäre Angelegenheit handelte, und alle packten mit an, um mit der Arbeit nicht in Verzug zu geraten. Nur PC Gary Pritchard schien zu ahnen, dass es sich um etwas Ernsteres handelte, und kurz vor Feierabend nahm er Marie zur Seite, um ihr seine Hilfe anzubieten. Ehe sie etwas erwidern konnte, klingelte ihr Telefon.
„Jackman?“ Sie bedeutete Gary, sich zu setzen und einen Moment zu warten, während sie ihrem Vorgesetzten aufmerksam zuhörte.
Er bat sie, nach der Arbeit zum Haus seines Bruders zu kommen, und klang dabei seltsam gekünstelt. „Es sieht nicht gut aus, Marie.“
„Noch kein Lebenszeichen von ihr?“
Er schwieg vielsagend, dann sagte er: „Ich will nicht am Telefon darüber reden. Bitte kommen Sie vorbei. Das Anwesen heißt Rainham Lodge und liegt in der Water Lane in Amberly Fen. Fahren Sie etwa zweieinhalb Kilometer die Straße entlang und dann nach links über eine schmale Brücke.“
„Ich bin in einer Stunde da.“
„Danke, Marie.“ Er legte auf.
Gary sah sie an. „Das klingt ernst.“
„Ja. Wahrscheinlich ist es noch schlimmer, als ich befürchtet habe. Sein Tonfall gefiel mir überhaupt nicht.“
„Sagst du mir, worum es geht? Du weißt ja, dass ich nichts weitergebe.“
Marie nickte. „Gehen wir in sein Büro, dann erzähle ich dir, was ich weiß. Obwohl ich dir nach dem Gespräch mit ihm sicher mehr sagen kann.“
Sie berichtete ihm, was sie wusste.
Gary schüttelte den Kopf. „Im Grunde ist unser DI ein großer Unbekannter. Er spricht kaum über seine Familie, oder? Sind beide Eltern noch am Leben?“
„Ja. Aber soweit ich weiß, ist sein Vater von früh bis spät im Büro, und er steht seiner Mutter um einiges näher. Natürlich auch, weil sie die Liebe zu Pferden teilen.“
„Darüber redet er tatsächlich manchmal. Er hat mir erzählt, dass er sich sofort eigene Pferde zulegen will, sobald er in Rente gegangen ist.“ Gary lächelte.
„Seine Mühle steht auf einem weitläufigen Grundstück, also kann ich mir das durchaus vorstellen.“ Marie seufzte. „Er klang so verängstigt, und das gefällt mir ganz und gar nicht. Es passt nicht zu Jackman.“
„Ruf mich an, wenn du zu Hause bist. Egal, wie spät es ist. Halt mich einfach auf dem Laufenden, und wenn du irgendwo Hilfe brauchst, dann gib mir Bescheid. Ich mag den DI sehr, er war immer gut zu mir, und ich werde helfen, wo ich kann.“
Marie lächelte. „Mache ich, versprochen. Aber jetzt muss ich wirklich los.“
Fünfzehn Minuten später fuhr Marie durch die endlosen Felder der Fens und fragte sich, was sie bei Jackmans Bruder erwarten würde.


Kapitel 2

Marie fuhr über die Brücke, die den tiefen, von Schilf gesäumten Wasserlauf überspannte, und bog auf einen großzügigen Parkplatz. Neben Jackmans Land Rover standen zwei Streifenwagen und ein BMW.
Rainham Lodge war ein dreistöckiges ehemaliges Farmhaus im georgianischen Stil, und der nächste Nachbar war an die fünfhundert Meter entfernt. Es erinnerte Marie wieder einmal daran, dass ihr Vorgesetzter und sie aus vollkommen unterschiedlichen Welten stammten. Die Familie Jackman war immens wohlhabend, und offensichtlich hatte auch der älteste Sohn mehr als genug Geld.
Sie sah sich um. Es war zwar ein teures Anwesen, wirkte aber trotzdem einladend. Der Herbst näherte sich in großen Schritten, doch in den Hängekörben und Trögen wuchsen üppige Blumen, und an der Wand lehnten zwei Kinderfahrräder. Es war ein Zuhause voller Leben und Liebe.
„Hier geht es nicht um einen Familienstreit“, murmelte sie, obwohl die Alternativen nicht minder tragisch waren.
Jackman trat zur offenen Tür heraus. „Marie! Vielen Dank, dass Sie gekommen sind!“
Sie eilte auf ihn zu und griff nach seinem Arm. „Geht es Ihnen gut?“
Einen Moment lang schien er den Tränen nahe zu sein. Dann schloss er sie in eine schnelle Umarmung. „Ich bin mir nicht sicher, Marie. Ehrlich gesagt, eher nicht. Es ist alles so schrecklich.“ Er warf einen Blick über die Schulter. „James redet gerade mit den Kollegen. Gehen wir doch in den Garten, dann kann ich Ihnen in Ruhe erzählen, was passiert ist.“
Hinter dem Gebäude erstreckte sich eine weitläufige Rasenfläche, an deren Ende ein kleines Gartenhaus stand.
Jackman hielt ihr die Tür auf, und sie traten ein.
Im Inneren fanden sich noch mehr Beweise für ein glückliches Familienleben. Ein offenbar häufig benutztes Krocketset, Kricketschläger, vier altmodische Liegestühle mit aufgedruckten Namen an der Rückseite, stapelweise Brettspiele und eine Staffelei mit Holzkisten voller Farben und Pinsel.
Es roch nach Holz, und Marie wurde nostalgisch zumute. Ihre Eltern waren nicht so wohlhabend gewesen wie die Jackmans und außerdem geschieden, doch damit hatte sie auch zwei Zuhause gehabt – eines in Wales bei ihrer Mutter und eines hier in Lincolnshire bei ihrem Dad. Und sie hatte sich überall geliebt gefühlt.
Jackman ließ sich in einen der Liegestühle sinken, und Marie tat es ihm nach. Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander. Offenbar war Jackman nicht sicher, wie er beginnen sollte.
„Sarah ist tot“, erklärte er schließlich.
Die Worte hingen zwischen ihnen in der Luft.
„Tot?“
Jackman seufzte schmerzerfüllt. „Sie ist in die Themse gesprungen.“
„Wie bitte?“
„Ich weiß.“ Er hob ergeben die Hände. „Ich sagte ja, dass es schrecklich ist.“
„Aber ich dachte, sie wären glücklich gewesen?“
„Das waren sie auch. Sie hat James geliebt und die Jungen vergöttert.“ Er schluckte. „Es ergibt keinen Sinn. Sie hätte sie niemals verlassen.“
Marie runzelte die Stirn. „War es denn ganz sicher Selbstmord? Kein Unfall oder sogar Fremdverschulden?“
Jackman schüttelte den Kopf. „Selbstmord. Definitiv.“
Er rieb sich die Augen. Marie hatte den sonst so gepflegten Jackman noch nie so zerzaust erlebt. Er hatte offensichtlich die ganze Nacht nicht geschlafen.
„Ich erzähle Ihnen jetzt mal, was ich von meinem am Boden zerstörten Bruder und den örtlichen Polizeikollegen erfahren habe: Gestern Morgen hat Sarah für alle Frühstück gemacht, dafür gesorgt, dass die Jungen gewaschen und ordentlich angezogen sind, und sich anschließend auf den Weg in die Arbeit gemacht.“
„Wo hat sie denn gearbeitet?“, fragte Marie.
„Ein Stück weit außerhalb von Lincoln, aber sie war Vertreterin und viel unterwegs. Sie teilte sich die Stelle mit einer anderen Frau, um mehr Zeit für die Jungen zu haben. Gestern wurde sie in Lincoln erwartet, aber sie ist nie dort angekommen. Stattdessen hat sie das Auto bei einem Shoppingcenter in Greenborough geparkt und ist mit dem Zug nach Peterborough und weiter nach London gefahren. Eine Überwachungskamera hat sie beim Verlassen des Bahnhofs King’s Cross gefilmt.“
„Hatte sie vielleicht einen Termin, von dem niemand etwas wissen sollte?“ Marie dachte zum Beispiel an einen Arztbesuch.
„Nein. Sie fuhr weiter nach East London und wurde dabei mehrere Male von Überwachungskameras erfasst, dann verlor sich die Spur. Bis sie vor Kurzem wiederauftauchte.“
„Man hat sie gefunden?“
Jackman nickte. „Ich muss sie identifizieren. James ist nicht dazu in der Lage, und Sarahs Eltern sind beide tot.“
„Soll ich mitkommen?“, fragte Marie sofort.
„Nein, das ist nicht nötig. Ich werde in einer Stunde abgeholt. Ich schaffe das schon – wir haben das immerhin schon oft genug gemacht, nicht wahr?“
„Aber dieses Mal geht es um ein Familienmitglied, Jackman.“ Die Trauer über den tragischen Tod ihres Mannes stieg plötzlich erneut in ihr hoch.
„Ehrlich, ich schaffe das. Es klingt zwar fürchterlich, aber ich brauche dringend Abstand von meinem Bruder. Sein Kummer zerreißt mich. So kann ich wenigstens etwas Sinnvolles tun und ihm außerdem diese schwere Last abnehmen.“
„Die armen Jungen“, flüsterte Marie.
„Ja. Meine Mutter ist unglaublich, und Dad fliegt gerade von einem Geschäftstermin in Belgien nach Hause, aber ich habe keine Ahnung, wie es auf längere Sicht weitergehen wird.“
„Wie alt sind Ihre Neffen?“
„Ryan ist acht, Miles sieben. Sie sind beide sehr schlau, und es wird nicht lange dauern, bis sie Verdacht schöpfen.“
Marie wurde von der Tragik der Situation überwältigt. Sie konnte sich vorstellen, wie schrecklich die nächste Zeit werden würde. „Jackman? Woher weiß man so genau, dass es Absicht war?“
„Dank einer Überwachungskamera am Hintereingang eines Clubs, direkt am Fluss.“ Er biss sich auf die Lippe. „Sie war ganz allein, Marie, und dann ist sie gesprungen. Es war zweifellos Selbstmord.“
Doch Marie war anderer Meinung. Es gab so viele Fragen. Die drängendste war: Warum?


Kapitel 3

Anstatt sofort nach Hause zu fahren, hielt Marie vor
 dem kleinen Bungalow, in dem Gary Pritchard mittlerweile wohnte.
Sie parkte ihr Motorrad neben seinem Nissan Juke und nahm den Helm ab.
Als sie sich umdrehte, stand Gary bereits in der Tür. „Komm rein. Ich habe schon gegessen, aber ich habe dir etwas übrig gelassen.“ Er ging voran, und sie folgte ihm. Aus der Küche drang ein herrlicher Duft nach Rindereintopf und Kräuterklößen, und ihre Lebensgeister erwachten wieder.
„Mhm, das ist genau das, was ich jetzt brauche.“
Sie schlüpfte aus ihrer Lederjacke, hängte sie im Flur an einen Haken und eilte zu Gary, der gerade einen Suppenteller mit Eintopf auf den Tisch stellte.
„Ich dachte mir schon, dass du noch nichts gegessen hast.“
„Du bist mein Retter. Ich bin am Verhungern.“
„Dann hau rein. So, wie du aussiehst, war es furchtbar.“
„Nicht so sehr wie für Jackman. Ich habe ihn noch nie so fertig erlebt.“
Während sie aß, erzählte Marie ihm, was passiert war. „Er hat mich gebeten, es gleich morgen früh dem Team zu sagen. Bevor sie es aus den Medien erfahren.“
„Soll er sie heute Abend noch identifizieren?“
„Ja. Der Wagen kam gerade an, als ich fuhr. Ich kann gar nicht sagen, wie seltsam das alles ist. Was, um alles in der Welt, hat sie dazu gebracht, so etwas zu tun?“
„Wie heißt es so schön? Man kann nie wissen, was hinter verschlossenen Türen vor sich geht. Viele Leute sind hervorragende Schauspieler. Vielleicht hatten sie Probleme, von denen niemand wusste, und die arme Frau sah keinen Ausweg mehr.“
„Du hast das Haus nicht gesehen, Gary. Es schrie geradezu nach glücklicher Familie. Von den Bildern und Notizen am Kühlschrank bis zu den gerahmten Fotos im Wohnzimmer. Sie leben praktisch im Wohnzimmer – überall liegen Kinder- und Erwachsenensachen verstreut, alles wild durcheinander. Es war so … fröhlich. Ich glaube nicht, dass man so etwas inszenieren kann.“
„Vielleicht war sie unheilbar krank?“
„Das habe ich mich auch schon gefragt.“ Marie starrte gedankenverloren auf ihren Suppenteller. „Vielleicht sind wir nach der Obduktion schlauer. Jackman hat übrigens Professor Rory Wilkinson dafür angefordert.“
„Das überrascht mich nicht. Der Mann übersieht nichts, egal, wie unbedeutend es scheint.“
Gary lehnte sich zurück und verschränkte die Arme. „Es gibt noch eine Möglichkeit, auch wenn es eher unwahrscheinlich ist. Vielleicht litt sie unter einer psychischen Störung. Obwohl Jackman das vermutlich bemerkt hätte.“
Marie überlegte. „Dann wäre ihr Mann wohl nicht so schockiert und am Boden zerstört.“
„Vielleicht kommt die Wahrheit nie heraus. Obwohl ich der Familie zuliebe hoffe, dass sie ein paar Antworten finden werden.“ Er deutete auf Maries leeren Teller. „Möchtest du einen Nachschlag?“
„Puh, nein danke, Gary. Es war köstlich und sehr aufmerksam von dir.“ Sie warf einen Blick auf die Uhr. „Aber ich gehe jetzt besser.“
„Sei bloß vorsichtig auf dieser Bestie von Motorrad.“
„Harvey? Er ist keine Bestie, sondern ein Schmusekätzchen.“
„Du nennst dein Motorrad Harvey?“
„Na und?“
Gary lachte erneut. „Schon gut. Es sieht nur eher aus wie Satan oder Godzilla.“
„Blödsinn. Harvey schnurrt wie ein Kätzchen. Ich wette, ich störe keinen einzigen Nachbarn, wenn ich gleich losfahre.“
„Da wäre ich dir sehr dankbar. Die meisten Leute hier sind um halb neun schon im Bett.“
Sie stand auf und schob den Stuhl unter den Tisch. „Danke fürs Essen, Gary. Das war super. Wir sehen uns morgen im Büro.“
„Frisch und munter. Und falls du noch mal mit Jackman redest, grüß ihn von mir.“
Marie nickte. „Natürlich.“

Ihr Haus fühlte sich an diesem Abend leer an, und obwohl sie überall Licht machte, war es trotzdem düster – so wie ihre Stimmung. Die Fröhlichkeit, die sie bei Gary verspürt hatte, war verschwunden, und sie wurde von einer tiefen Traurigkeit darüber erfasst, wie schnell sich das Leben durch ein einziges tragisches Ereignis verändern konnte.
Es war bereits elf, als Jackman anrief. Er klang erschöpft, war allerdings froh, dass er Sarahs Leiche identifiziert hatte.
„Ich übernachte heute noch einmal bei James. Wir müssen gleich morgen früh zu meiner Mutter und es den Kindern sagen. Wir dürfen nicht riskieren, dass sie es irgendwo lesen oder hören, bevor wir mit ihnen gesprochen haben.“
„Haben Sie professionelle Hilfe angefordert?“ Marie wusste, wie wichtig psychologische Unterstützung beim traumatischen Tod eines Elternteils war.
„Laura Archer hat angeboten, uns zu begleiten.“
Laura war Polizeipsychologin, und nach einem besonders schwierigen Fall rund um einen Officer, dem Marie sehr nahegestanden hatte, waren sie gute Freunde geworden. „Das ist wunderbar. Sie ist die Beste. Wie geht es Ihrem Bruder?“
„Der Arzt hat ihm etwas zum Schlafen gegeben, aber ich glaube nicht, dass es helfen wird. Ich hätte nie gedacht, dass er so reagieren würde. Er war immer stark, geradlinig, ruhig und selbstsicher, aber jetzt …“
„Es war ein grauenhafter Schock. Ich weiß noch, als ich zusehen musste, wie Bill starb. Es war unvorstellbar. Man wird vollkommen von dem Horror aufgefressen und funktioniert nicht mehr.“
Jackman stöhnte leise. „Es tut mir so leid. Ich hätte das nicht alles auf Ihnen abladen sollen. Das ist nicht fair.“
„Seien Sie nicht albern, Jackman! Ich bin Ihre Freundin. Sie können alles auf mir abladen. Sie wissen ja, was für ein zäher alter Drache ich bin. Ich kann mich nur gut in Menschen hineinfühlen, das ist alles.“
„Zäh, ja. Aber alt und Drache halte ich für ein Gerücht.“
Eine Spur des alten Jackman lag in diesen Worten, und das machte Marie Mut.
„Das gefällt mir schon besser.“ Sie erzählte von ihrem Gespräch mit Gary und richtete die Grüße aus. „Das Team hat alles im Griff, bis Sie wieder da sind. Darüber brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Aber die anderen wissen es sicher zu schätzen, wenn Sie sie einweihen.“
„Natürlich. Sie sind nicht nur Arbeitskollegen, sondern auch Freunde.“
„Jackman, Sie klingen hundemüde. Schlafen Sie ein wenig, wenn Sie können, und halten Sie mich wegen morgen auf dem Laufenden.“

Zur selben Zeit versammelte sich in einem anderen Teil des Countys eine Familie im Wohnzimmer eines kleinen Cottages.
Dale, seit dem Tod des Vaters Familienoberhaupt, war gerade aus dem Krankenhaus zurückgekehrt. „Sie geben Mum noch etwa drei Monate.“
Die anderen seufzten und murmelten leise durcheinander.
„Es ist also so weit.“ Er klang ernst, und die anderen sahen ihn schweigend an. „Wir müssen uns entscheiden. Kämpfen wir weiter und sorgen vielleicht noch vor ihrem Tod für Gerechtigkeit, oder lassen wir es bleiben, damit sie ihre letzten Tage in Frieden und ohne Gedanken an Vergeltung verbringen kann?“
„Wir können doch jetzt nicht aufgeben! Nach all den Jahren!“, rief Liam. „Diese Familie wird sich nicht geschlagen geben – das haben wir noch nie.“
„Aber du sagst es doch selbst: all die Jahre – und wohin hat es uns gebracht? Unser Dad ist tot, Mum wird ihm bald folgen, und wir haben nur noch mehr Schmerz verursacht. Ich glaube, es ist Zeit, dass wir loslassen.“ Yvette, die jüngere der beiden Frauen, war den Tränen nahe.
„Wir können Brendan nicht einfach so aufgeben!“, fauchte Liam.
„Aber er hat doch auch aufgegeben, oder nicht?“, erwiderte Kenny traurig.
„Weil er als gut aussehender junger Mann in ein Gefängnis voller Psychopathen kam! Der Himmel weiß, was mit ihm passiert ist. Da hättest du auch aufgegeben! Aber wir müssen nicht dasselbe tun.“
„Liam! Brendan ist tot! Wofür kämpfen wir eigentlich noch? Um Gerechtigkeit für unseren Bruder? Oder darum, dass du dich besser fühlst?“ Susie war derselben Meinung wie ihre Schwester. „Sorgen wir dafür, dass Mums letzte Tage glücklich sind. Sie soll alles haben, was sie sich wünscht. Wir verwöhnen sie nach Strich und Faden und genießen jede Minute mit ihr.“
Die Diskussion ging noch über eine Stunde weiter, bis jemand Dale fragte, warum er so ruhig war.
„Weil ich darauf warte, dass einer von euch das Offensichtliche sagt, aber bis jetzt war das nicht der Fall.“ Er betrachtete sie traurig und auch mit einer Spur Verachtung. „Ich weiß, dass ich die Frage in den Raum gestellt habe, aber die einzig richtige Antwort ist: Wir tun, was unsere Mutter will.“
Die anderen schwiegen eine Weile, dann wagte sich Yvette vor. „Dann hat sie es dir also gesagt?“
„Ja. Sie will nicht, dass wir irgendetwas tun, womit wir nicht glücklich sind, aber ich erwarte trotzdem, dass diese Familie als Einheit auftritt und ihrem Wunsch entspricht. Ist das klar?“
Zustimmendes Murmeln erklang.
„Sie will, dass Brendan Gerechtigkeit erfährt. Sie will, dass wir weiterkämpfen, auch nach ihrem Tod. Sie erträgt den Gedanken nicht, dass ihr wunderhübscher Junge mit dem Schild ›Mörder‹ um den Hals in seinem Grab liegt. Sie will eine posthume Begnadigung, und wir dürfen erst ruhen, wenn wir es geschafft haben.“
Keiner sagte ein Wort, bis Liam aufsprang und die Faust in die Luft stieß. „Gerechtigkeit für Brendan! Sorgen wir dafür, dass unsere Mutter stolz auf uns ist!“

Joy Ellis

Über Joy Ellis

Biografie

Joy Ellis ist gelernte Floristin und über ihr späteres Buchhändlerdasein selbst zum Schreiben gekommen. Bei den ermittlungstechnischen Details ihrer Fälle verlässt sie sich auf ihre Partnerin Jacqueline, eine pensionierte Polizeibeamtin. Die beiden leben zusammen in den Lincolnshire Fens, wo auch...

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